Der Weg nach Haid

(Teil 6)

Dem war wohl ein nationaler Sinneswandel vorausgegangen, denn die Bergler schickten von da an ihre Kinder in die tschechische Schule nach Haid, die dort einige Jahre vorher für die ins deutsche Gebiet versetzten tschechischen Staatsbediensteten gebaut worden war. Diese Schule hatte nur wenige Schüler, und es war üblich, daß ein Überwechseln in eine tschechische Schule der Familie vom Staat materielle Unterstützung oder gar einen Arbeitsplatz einbrachte.

Ich möchte meine Leser auf der Bezirksstraße weiterführen. Nach der Altmühle folgte eine abwechslungsreiche Landschaft mit Waldstücken und Feldern, mit schneller Abfahrt und langem Anstieg, vorbei an der Straßenkreuzung, die rechts nach Labant und Wusleben führte und links nach Innichen.

Für die Haid-Fahrer folgte die Straßenabbiegung erst mitten im Milleser Wald. Von jetzt an ging es fast ständig in leichtem Gefälle nach Osten. Nach dem Wäld öffnete sich der Blick auf die Äcker der Lusener Flur, und bald war auch das kleine Dorf Lusen selbst erreicht. Große Bauernhöfe bestimmten das Ortsbild, eine schöne einklassige Schule gehörte dazu, und auffällig war eine Anzahl von Flurkreuzen und Marterln, die die Straße begleiteten, dazu die endlose Reihe der Obstbäume auf beiden Seiten. Heute durchschneidet die im Bau befindliche Autobahn von Prag nach Nürnberg diese Landschaft und verändert sie stark.