Der Weg durch den Wald nach Purschau

(Teil 1)

Noch im Dorf begann der Anstieg zum Hohen Weg. Nach den letzten Häusern lief es sich leichter auf dem Fußsteig, der den von vielen Pferde- und Kuhfuhrwerken ausgefahrenen Feldweg begleitete. Da, wo der Weg steiniger und steiler wurde und die Bauern den Zugtieren manchmal eine Verschnaufpause ließen, standen zur rechten Hand Dornenhecken der Hagebutte, lagen Gneisbrocken, die die Bauern aus den anliegenden Feldern herausgeackert hatten.

Ich weiß, wie oft sich mein Vater dort auf der "Spitz", einem dreieckigen Ackerstück, plagen mußte. Er meinte dann jedesmal: "Die Steine wachsen nach." Bis an diese Stelle reichte früher der Wald. Nach 1918 rodete man dort und drängte den Wald um mehr als zweihundert Meter zurück. Es entstanden die "Pflanzäcker" und der "Tummelplatz", die am höchsten gelegenen Felder der Neuzedlischer Flur.

Unvergeßlich war der Fernblick von da oben. Nah und fern sah man eine große Zahl von Dörfern und bei klarer Luft sogar hoch gelegene Hotels von Marienbad. Die Kirche von Hohenzetlisch stand deutlich vor dem Wolfsberg, und hinter den Wasserflächen vieler Fischteiche bauten sich wie Kulissen in unterschiedlichen Blautönen die bewaldeten Hügel des Haider Landes und der Sieben Berge auf. Und ganz im Süden beherrschte breit und hoch der Pfraumberg mit seiner Burg die Szene. Diese Bilder haben sich mir bleibend eingeprägt, weil sie meine Augen so oft aufgenommen haben, wenn ich als Bub in der Erntezeit auf den Pflanzäckern zu helfen hatte.