Der Weg
nach Tachau
(Teil 1)
Der zwölf Kilometer weite Weg in
die Bezirksstadt war für die Alten grundsätzlich ein zwei
Stunden dauernder Fußweg auf der Bezirksstraße Pfraumberg -
Tachau, die bei der Brauerei und "am Rußla" unser
Heimatdorf berührte. Für die Jüngeren war das Fahrrad ein
selbstverständliches Hilfsmittel für diese Wegstrecke geworden.
Im Winter war natürlich die
Eisenbahn das richtige Verkehrsmittel. Schüler und Berufstätige
benutzten sie auch das übrige Jahr für die Fahrt vom Bahnhof
Altzedlisch zur Haltestelle Tachau Süd oder bis zum Bahnhof
Tachau. 1910 war die Nebenstrecke von Taus nach Tachau
fertiggestellt worden. Da die weiterführende Nebenstrecke nach
Plan schon seit 1895 in Betrieb war, hatte das grenznahe
südwestböhmische Land jetzt eine durchgehende Anbindung an die
Hauptstrecke Eger - Pilsen - Wien erhalten.
Tauchauer Spautzn
Noch bevor ich jemals in Tachau
war, kannte ich schon den oft gehörten Spruch: "Tauchauer
Spautzn flöign hauch üwan Schlaut". Damit sollte die
besondere Mundart-Sprechweise der dortigen Bewohner deutlich
gemacht werden, die mit dem "au" von unserem
Egerländer Tonfall etwas abwichen. Bei uns lachte man darüber
und bezeichnete die Tachauer in unserer Art gerne mit dem
Spitznamen "Taochauer Spaotzn".

